Club-Portrait

1975 – in der Bundesrepublik Deutschland wird das Volljährigkeitsalter von 21 auf 18 Jahre gesenkt, in Großbritannien wird Margaret Thatcher zur Parteivorsitzenden der britischen Konservativen gewählt und die OPEC beschließt eine Erhöhung des Ölpreises um 10% auf knapp 11 $ pro Barrel. In Hamburg sitzen 14 Range-Rover- und Land Rover-Fahrer um einen Küchentisch herum und gründen den Deutschen Rover Club (DRC). Die ersten Mitgliedsnummern werden nach der Sitzreihenfolge am Küchentisch vergeben, die Eintragung in das Vereinsregister erfolgt noch im gleichen Jahr.

Zusammengefunden hatten sich die Gründungsmitglieder, um sich gegenseitig bei Wartung und Reparatur ihrer Fahrzeuge und bei der Beschaffung von Ersatzteilen für ihre damals noch exotischen Fahrzeuge zu unterstützen. Bald finden gemeinsame Ausfahrten und Reisen statt. Die ersten „Geländetreffen“ werden in Kiesgruben und auf Truppenübungsplätzen organisiert, wo Fahrer und Fahrzeuge ihre Geländetauglichkeit unter Beweis stellen. Das „Rover-Blatt“ wird als Vereinsmagazin herausgegeben. Die Aktivitäten des DRC ziehen weitere Geländewagenfahrer an, der DRC wächst. Der damals markenoffene Verein führt nun regelmäßig Off-Road-Veranstaltungen durch, auf denen sich die Fahrer von Geländewagen aller Marken treffen. Bekannt wird der Club durch seine Herbsttreffen auf einem britischen Truppenübungsplatz bei Soltau, von denen die „Soltau-Veteranen“ im Club noch heute schwärmen. Neben dem Geländefahren befasst man sich auch mit Fernreisen, Fahrzeugtechnik und –ausrüstung. Um allen Mitgliedern regional etwas bieten zu können, werden in den Bundesländern Landesgruppen eingerichtet.

Mit dem Entstehen von markenspezifischen und sportorientierten Geländewagenclubs in den 1980er Jahren konzentriert sich der DRC immer mehr auf die Fahrzeuge des Herstellers Land Rover. Ende der 80er Jahre fährt die überwiegende Zahl der ca. 400 Mitglieder mit einem Fahrzeug des britischen Herstellers. Überwiegend werden Fahrzeuge der blattgefederten Serien IIA und III, zumeist ehemalige Militär- oder Behördenfahrzeuge, gefahren, aber auch selbstimportierte Land Rover 90“ und 110“ und Range-Rover sieht man auf den Treffen des Clubs.

Die Einführung des „Defenders“ im Jahr 1990, dem ersten Land Rover mit einem zeitgemäßen und wirtschaftlichen Dieselmotor, bringt neue Mitglieder. Die Mitgliederzahlen steigen. Bereits 1995 finden sich über zweihundert Fahrer von Land Rover-Fahrzeugen zum Jubiläumstreffen im brandenburgischen Jänschwalde ein. Als 1996 der Defender wieder offiziell in Deutschland erhältlich ist, beginnt ein Boom. Die Mitgliederzahl steigt auf weit über 1000 an. 1998 nehmen mehrere Hundert Fahrzeuge an der Veranstaltung des Clubs zum 50-jährigen Jubiläum des Land Rover in der Eifel teil. Sind seit Einführung des Defenders die klassischen Fahrzeuge der 1948 bis 1983 gebauten Serien I bis III auf den Treffen allmählich in den Hintergrund getreten, so sieht man nun wieder vermehrt die Veteranen aus den „klassischen Baureihen“, meist liebevoll restauriert, auf den Veranstaltungen. Aber auch Fahrer der 1989 eingeführten Baureihe „Discovery“ und des seit 1997 angebotenen Freelanders sind auf den Veranstaltungen dabei. So sind im Jahr 2000 auf dem 25-jährigen Clubjubiläum im brandenburgischen Kallinchen Fahrzeuge aller Baureihen unter den über 400 teilnehmenden Fahrzeugen zu sehen.

Im Jahr 2002 vollzieht der Club auch nach außen hin die Wende zu einem Markenclub: die Mitgliederversammlung beschließt die Namensänderung hin zum „Deutschen Land Rover Club e.V.“.

Die Folgezeit ist von einer Konsolidierung der Vereinsarbeit gekennzeichnet. Die Mitgliederzahl liegt stabil im Bereich von 1000 bis 1200. An der Veranstaltung zum 30-jährigen Bestehen des Clubs im brandenburgischen Horstwalde nehmen im Herbst 2005 über 500 Fahrzeuge – viele aus dem europäischen Ausland – teil. Der 60. Geburtstag des Land Rover wird 2008 mit 1200 Freunden mit ihren mehr als 500 Fahrzeugen in Stadtoldendorf in Hessen gefeiert. Und im Jahr 2010 Feiert der DLRC mit mehreren Hundert Teilnehmern nicht nur den 40. Geburtstag des Range-Rovers, sondern auch seinen eigenen 35. Geburtstag.

Bundesweit finden nun jedes Jahr drei Veranstaltungen statt: das „Serie-Treffen“ am Osterwochenende für die Liebhaber der klassischen Baureihen I bis III, der „Rover-Tag“ am Pfingstwochenende und Ende September/Anfang Oktober das „Herbsttreffen“ mit der Mitgliederversammlung. Auf den familienfreundlich gestalteten Veranstaltungen trifft man sich gerne zum Fachsimpeln über Technik und Reiseziele, häufig kann man seine Geländetauglichkeit (und die seines Fahrzeugs) auf zugelassenen Fahrgeländen ausprobieren. Ein touristisches Programm und gemeinsames Grillen oder ein zentrales Lagerfeuer runden die Veranstaltungen ab. Auch Kinder haben auf den Veranstaltungen viel Spaß, sei es beim erkunden des Geländes auf eigene Faust oder bei der Mitfahrt in einem Land Rover im Gelände.

Daneben finden in den Landesgruppen – natürlich offen für alle Mitglieder – weitere Veranstaltungen statt: von technischen Workshops über Geländefahrseminare bis hin zu gemeinsamen Paddeltouren oder Ausfahrten. Der DLRC ist regelmäßig mit eigenen Ständen auch auf Messen, zum Beispiel der „Abenteuer Allrad“ in Bad Kissingen, vertreten. Der Club unterhält gute Beziehungen zu den Land Rover-Clubs des benachbarten Auslands.

2012: der Ölpreis liegt deutlich über 110 $, in Großbritannien regiert (wieder) die Conservative Party. Im Club werden u.a. neben dem aktuellen Defender td4 nun auch die ersten Range Rover Evoque gefahren. Der DLRC beginnt mit den Vorbereitungen für seinen 40. Geburtstag im Jahr 2015.