Technik-Tipps

Zappenduster – Dem Lichtschalter wurde es zu heiß…
(
Erich-Werner Dittmar)

 

Es war an einem neblig-trüben Novembertag als ich mit meinem Gespann – Defender 110 Td5 Baujahr 1999 nebst voll bepacktem Nachläufer – auf der Autobahn A2 von Kassel kommend in Richtung Berlin, genauer gesagt in den Spreewald, wo ich zur Jagd gehe, unterwegs war.

Gegen 15.30 Uhr befand ich mich noch vor der Raststätte Marienborn und schaltete bei diffusem Licht und leichtem Nieselregen die Fahrzeugbeleuchtung ein. Nach wenigen Kilometern kamen mir leichte Zweifel, ob das Licht auch wirklich brannte und ich wollte die Beleuchtung zur Kontrolle noch einmal aus und dann wieder einschalten. Das Erstaunen, besser gesagt das Entsetzen war groß, als sich der Lichthebel nicht mehr bewegen ließ. Schlagartig wurde mir bewusst, „das Licht ist aus.“ Bei einem Ruhestandsbeamten mit wenig praktischen Kenntnissen löst ein solches Ereignis leichte Panik aus. Also steuerte ich mit deutlich erhöhtem Puls den nächstgelegenen Parkplatz an. Dies war glücklicherweise die gut ausgeleuchtete Raststätte Marienborn.

Meine erste Überlegung: „Wagen stehen lassen, übernachten, und am nächsten Tag weiterfahren, wenn es hell ist“ konnte ich in Anbetracht meiner Fracht – großer Hund, umfangreiches Gepäck, zu dem auch diverse Jagdwaffen und ein Anhänger voll Gerätschaften zählten, gleich wieder vergessen, denn solch ein Gefährt kann man nachts nirgends frei herumstehen lassen.

Die nächste Idee war: „Andreas, unseren Obmann vom Kasseler Land-Rover-Stammtisch anrufen, der kennt doch jede Schraube am Landy und hat immer ein offenes Ohr, wenn der Landy hadert, und meistens hat er auch die richtige Lösung parat; hoffentlich ist er erreichbar.“
Als er sich dann am Telefon meldete, begann sich mein Puls wieder auf normaler Frequenz einzupendeln, denn seine Ferndiagnose erschien mir einleuchtend:

„Weil beim Betätigen des Lichthebels immer ein Funke in dem in Kunststoff eingegossenen Schalter entsteht und dieser Funke durch die zusätzliche Anhängerbeleuchtung höchstwahrscheinlich noch intensiver war als sonst, hat dies zum Schmelzen des Schalterinnenlebens mit anschließendem Kurzschluss geführt. Dieses Problem hatte bereits der Thomas und auch der Martin und die Sache lässt sich ziemlich einfach beheben. Du musst die Lenkradverkleidung abnehmen. Die sieben Schrauben sind von unten erreichbar. Anschließend die drei Kabel am Lichtschalter kappen und kurzschließen, und wenn dann noch die entsprechende Sicherung erneuert wird, brennt die Beleuchtung wieder.“
Was die Sicherung betrifft kann ich sagen, dass ich zwar nicht viel Ahnung von meinem Auto habe, dass ich aber immer ein beachtliches Arsenal an Werkzeugen und Ersatzteilen mitführe. So ist denn der Rest auch schnell gesagt.
Nach dem Kappen der Kabel konnte ich diese mit Kabelschuhen aus meinem Sortiment verbinden. Dies hat den Vorteil, dass die Kabel auch beim Abstellen des Fahrzeugs leichter getrennt werden können, weil ansonsten die Beleuchtung weiter brennen würde, „bis der Saft alle ist“.
Nach dem anschließenden Austausch der Sicherung konnte ich die Fahrt dann ohne weitere Zwischenfälle fortsetzten.

Der Vorfall war sodann auch Gegenstand der Dieselgespräche in der Kasseler Stammtischrunde und es wurde mir von Gerd angeboten, anlässlich der Zusammenkunft beim Nikolaustreffen zwei Relais vorzuschalten, um einem erneuten Durchschmelzen des Lichtschalters vorzubeugen. Ein solches Vorgehen kann wohl für ältere Defender allgemein empfohlen werden.

Zusammenfassend bleibt festzustellen, dass derartiger Beistand in Notsituationen das Zusammengehörigkeitsgefühl ungemein stärkt und ich möchte mich bei allen Beteiligten nochmals herzlich für Rat und Tat bedanken.