Outdoorküche

Lagerfeuerküche – Teil 1
(Thomas Korth)

Hallo Freunde
Ich weiß nicht, wem es noch so geht wir mir!
Seit einiger Zeit (mit zunehmender Vernünftigkeit?) ändern sich so ein paar Prioritäten.
Nichts Schlimmes, nein, eigentlich was Gutes!
Die Jahre, in denen mich der Ehrgeiz ergriffen hatte, bei den Treffen die Schlammlöcher und Steilhänge zu frequentieren, scheinen sich dem Ende zuzuneigen. Langsam tritt das Lagerleben mit all seinen Annehmlichkeiten in den Vordergrund! So seien hier die Dieselgespräche, Werterhaltung des Land Rovers und vor allem Essen und Trinken am Lagerfeuer genannt.
Genau das, was viele an unseren Camps auch begeistert. Nachmittags oder abends eine Wurst oder was Anderes auf den Grill schmeißen und dann satt und zufrieden zum großen Lagerfeuer zu stiefeln, um in gemütlicher Runde beisammen zu sein.
Seit einiger Zeit bekomme ich regelmäßig eine Zeitschrift. Über Messerneuheiten, Tests, Outdoorkochrezepte usw. Hier bei diesem Verlag (www.Venatus.de) werden übers Jahr sogar Kochkurse angeboten. Und zwar über das Kochen, Backen Grillen am offenen Feuer. Das war im Sommer des Jahres 2008, wo die Kurstermine für 2009 veröffentlicht wurden. Simone sagte da, na das wär doch mal was für Dich, schenk dir den Kurs im nächsten Jahr doch zum Geburtstag! Na da hab ich mich doch gleich für den 11. Juli 2009 angemeldet. Kann ja nicht schaden.
Schon Anfang Februar 2009 waren sämtliche Termine für das Jahr ausgebucht!
Die Zeit ging derweilen ins Land, mit Bratwurst und Steak auf Grillbriketts von Aldi.
Plötzlich war der Termin heran! Oh Schreck! Am 10. Juli gegen Mittag ging es los, nach Bockenem, Ortsteil Hary im Landkreis Salzgitter.
Die Pension war nicht schwer zu finden, also die Tasche aus dem Landy und das Zimmer bewohnen, da der Kurs am folgenden Morgen ab 9.00 Uhr begann.
Bei einem Spaziergang durch das beschauliche Dorf bemerkte ich 2 PKW aus dem Nachbarkreis von Bitterfeld, ist ja selten hier, dachte ich! Sie hatten dann bei mir angehalten und nach der Örtlichkeit des Kochkurses gefragt! Natürlich habe ich als Ortskundiger alles erklärt… hatte ja schon alles abgewandert….
Am Abend des 10.7. trafen sich dann alle Teilnehmer im Dorfkrug, um sich ein bisschen kennen zu lernen, sogar aus Österreich sind 2 Telnehmer angereist, um in die Küchengeheimnisse unserer Vorfahren einzudringen und bei sich zu vermarkten.
Der Abend ging in die Nacht und es kam der Morgen.
Da ich unschlüssig war, ob mir das Frühstück auch schmeckt, was wir dort selbst machen, bestellte ich das Zimmer mit Frühstück. Fehler…..
Denn dort angekommen (9.00 Uhr) brannten schon die „Lagerfeuerstellen“ für alle Teilnehmer.
Es folgte die Einweisung in den Tagesablauf und jeder bekam eine grüne Küchenschürze (nicht zum behalten) und das Kochhandtuch. Ein scharfes Messer musste jeder mitbringen.
Es folgte nun eine Unterweisung in die Geheimnisse des Lagerfeuers. Bei einem Kochfeuer ist viel zu beachten, um ein gutes Ergebnis zu erlangen, die Holzsorte, das Hüten der Glut und die Größe der Feuerstelle. Schande für den, der Papier oder Kippen in das Kochfeuer wirft, so etwas ist an einer Kochstelle schwer verpönt.

Am Feuer selbst gilt der weise Spruch: „der weiße Mann macht ein großes Feuer und sitzt weit davon weg, der Indianer macht ein kleines Feuer und sitzt dicht davor“.
Wir haben übrigens an einem Kochtag 4 Paletten Buchenscheite verbruzzelt, Grillkohle ist auch wegen der zu großen Hitze beim Kochen nicht ideal und passt auch nicht zum Ambiente.
Carsten Bothe, der Chef, hat ein Faible für die amerikanische Küche des letzten Jahrhunderts, denn er erklärte zuerst die Koch- und Essgewohnheiten der Cowboys im wilden Westen. Und so solle das Frühstück hergerichtet werden. Also, eine Stahlpfanne mit Speckstreifen zum Drittel belegen und auf das Feuer stellen. Im 2. Drittel ein Spiegelei und im letzten Drittel eine Kelle Sauerteig. Das alles war nach kurzer Zeit fertig. Dazu kam eine Portion Beans aus dem Dutch-Oven, der seit dem Vortag in einem Erdofen dahin köchelte.


Dazu am Lagerfeuer gekochter Kaffee aus der „Cowboykaffeekanne“.
Jeder bekam nun seine Stahlpfanne und machte sein eigenes Cowboyfrühstück (außer ich, war noch satt…).
Allzu lange durfte das nicht gehen, denn auf dem Tagesprogramm standen 19 Gerichte, die an den Feuerstellen bereitet werden sollten.
Denn auf dem Anwesen von Carsten Bothe brannten insgesamt 2 Lagerfeuer nebst diversen Grillstellen und der Smoker wurde auch angeheizt, um Schweinerippen zu smoken.
Jeder Teilnehmer konnte sich von Stelle zu Stelle durcharbeiten, es musste jede Menge Gemüse geschnippelt werden, Schweineschultern und Rippen wurden zu Bratwurst und Mett von uns verarbeitet. Wir haben im Laufe des Tages ganz tolle Sachen gemacht, und natürlich sofort verzehrt. Jedes fertige Gericht wurde sofort von 20 Messern zerschnippelt und vertilgt, Hunger war am Tage ein Fremdwort.

Von 10.00 bis 22.00 Uhr entstanden so klangvolle Mahlzeiten wie:
Lachs am Brett, Spanferkel am Asadokreuz, Curryhühnchen im Potje, Forelle auf der Glut, Rindersteak auf der Glut, Flammkuchen, Zimtschnecken, Ente am Strick, Bratwurst komplett selber gemacht, Gemüse auf der Glut, Rinderippen am Asadokreuz und weitere Kleinigkeiten.
Zwischendurch wurde immer entsprechendes Fachwissen und Tipps zum Würzen ausgetauscht. und zu guter Letzt machten wir, am Abend, Sauerkirschen mit Obstler flambiert auf Vanilleeis. Da jeder 30,- Lebensmittelpauschale bezahlt hatte, war jederzeit der Griff nach geistigen Getränken möglich, so dass der ganze Tag in feuchtfröhlicher Runde an verschiedenen „Arbeitstischen“ verbracht wurde.
Ein Platzregen hat uns alle zwischendurch in die Scheune getrieben, aber es entstand keine geistfreie Zeit, denn Carsten vermittelte uns die Feuer-Anzünd-Techniken der alten Zeit. Er hat diverse Trapperfeuerzeuge, Feuersteine und Zundermaterialien im Angebot.


Apropos Angebot!
Beim Venatusverlag gibt es auch einen Katalog. Mit allem, was der Lagerfeuerkoch so braucht, also Gusseisenpfannen, Töpfe, Dutch-Oven, Potjes usw. Da musste ich zuschlagen. Die geniale Bratpfanne aus Gusseisen (von Lodge) habe ich schon länger, einen Dutch-Oven musste ich aber noch nehmen! Trotz Krise!
Gegen 23:00 Uhr trollten sich alle Kursteilnehmer dann in die Pensionen. Natürlich nicht, ohne ein paar Bier auf dem Parkplatz zu entleeren, denn der kundige Bürger hat ja für alle Fälle einen Kasten im Kofferraum….
Nach der Rückreise kamen schon diverse Anfragen, wann ich denn mal so Kochen würde! Es hatte sich herumgesprochen.
Meine eigene Feuerstelle zu Hause habe ich erst mal auf die richtige Größe erweitert und ein besonderes Teil musste ich mir sofort besorgen- eine grüne Küchenschürze! Natürlich individuell ausgestattet…. Eine Schürze mit DLRC- Aufnäher hat doch noch keiner, oder??

 

In der Zwischenzeit habe ich nun dieses oder jenes selbst ausprobiert. Mit der Schürze! Das Rezeptbuch des Tages gab es mit auf den Weg, aber ohne das selbst gesehen zu haben, nützen die Zutaten und Notizen nicht viel.
Aber dazu, und wie es den Gästen schmeckte, später!

Viele Grüße
Thomas2867