DLRC-Touren

Schotterpisten in den Alpen 03. bis 09. Juni 2007
(Tom Zündel)

S

Es war ein Versuch und er ist geglückt. Anstelle zweier Wochenend-Treffen auf Off-Road-Geländen in Norddeutschland wie im Jahre 2006 habe ich mir dieses Jahr überlegt mal ein paar Mitglieder im Piemont, Italien zu treffen. Es haben sich 8 Fahrzeuge angemeldet und so haben wir 5 tolle Tage (im Regen) auf den Bergen rund um Salbertrand verbracht.

Bevor ich von der Reise berichte möchte ich gerne die angereisten Teams kurz vorstellen:
Team Pinneberg: Ewelina und Michael (90er)
… die dem Wetter im Piemont nicht mehr über den Weg trauen.
Team Köln: Dao und Uwe (LandCruiser)
… die uns nun alle zu einer Reise in die Ukraine überreden wollen.
Team Bayern: Beate und Willi und Nils (DK) (130er)
… die sich im 130er jeden Tag über die Servolenkung gefreut haben.
Team Kiel: Marion und Hartmuth (110er)
… die die Firma Thule verklagen wollen.
Team Berlin: Rainer (110er)
… der das leckerste Frühstück zauberte und auch Mr. Globetrotter genannt wird.
Team Frankfurt: Marian und Stefan mit Hund Fritz (110er)
… die am liebsten nur gefahren wären.
Team Karlsruhe: Arvid und Lars (Disco V8)
… die am liebsten Fußball spielen und den Disco V8 betanken.
Team Hamburg: Matthias und Elina mit Hund (LandCruiser)
… die den Hund auch mal fahren lassen.
Team LOLG03: Lasse, Robin, Carsten, Tom (110er)
… die nichts schöneres kennen als im Dauerregen zu campen.
Team Gast: Markus und Günther (90er)
… die im 90er zufällig auf dem Campingplatz waren und uns begleitet haben.

Montag, 04.06.2007
Nach nettem gemeinsamen Frühstück (je ein Fahrzeug holte täglich 30 Brötchen) fahren wir nach Susa und starten die Assietta-Kamm-Straße. Wir erforschen das Fort Finestre auf 2.176m und folgen weiter dem Verlauf der Piste. Wir stoßen auf zwei Bagger und wenig später auf einen Lastwagen. Da wird es eng. Die Defender können vorsichtig an der Kante entlang am LKW vorbei, doch der Toyo von Uwe sucht rückwärts eine Ausweichstelle. Das Wetter läßt zu wünschen übrig, doch das Team läßt sich den Spaß nicht verderben.

Dienstag, 05.06.2007
Am Vormittag fahre ich mit der XT500 noch kurz die Einstiege zu den zwei am Nachmittag geplanten Pisten erkunden. Da ich zuletzt 2004 hier war, hatte ich ein wenig vergessen. Um 14.00 Uhr treffen wir uns am Forte Bramafan und fahren hoch zum Punta Colomion.
Leider ist die Bar geschlossen und da es mal wieder regnet fahren wir gleich weiter über Les Puys ins Tal und nach Bardoneccia in ein Café. Spät starten wir auf die zweite Tour, doch wir wollen ja noch etwas erleben. Und das tun wir auch, besonders Ewelina und Michael, die mit ihrem 90er abrutschen.
Mit ein paar Sicherungsgurten und meiner Seilwinde können wir den Defender aber wieder auf den richtigen Weg bringen. Die Arbeit im Team klappt super und schon geht es weiter zu den Drei Kreuzen mit Blick auf Bardoneccia. Eine Packung Keckse später fahren wir weiter zu einem ewig langen Bunker mit unzähligen Seitengängen zu Schützenstellungen. Erst um 21.15 Uhr sind wir zurück auf dem Campingplatz, wo Lars, Arvid und Carsten glücklicherweise den Grill schon am Laufen haben.

Mittwoch, 06.06.2007
Den Colle Sommellier wollen wir heute erklimmen. Einer der höchsten anfahrbaren Punkte in den Alpen (3.000m). Die Straße nach Rochemolles ist kein Problem und der Wasserfall an der Tal-Stirnseite begeistert alle. Doch schon wenige Kehren später kommt das erste Schneefeld. Wir schaufeln den Schnee etwas beiseite und ziehen einen im Winter herabgefallenen Fels beiseite, doch alle Mühe ist vergebens. Keine 600m weiter wieder Schneefelder und herabkommende Motorradfahrer berichten, dass es nicht weiter geht. Wie schade!
Dao und Uwe haben für ein fürstliches Picknick gesorgt und so stärken wir uns nach der Schaufelei in dem Talkessel an einem Bach.
Da es noch viel zu früh ist auf den Campingplatz zu fahren, entscheiden wir uns ganz spontan für den Lago Nero.
Eine schöne Gegend! In den Wolken passieren wir die eingestürzte Brücke und erreichen den See. Trotz des Regens ein schöner Anblick.

Donnerstag, 07.06.2007
Heute fahren wir mein persönliches Highlight: den Mt. Jafferau direkt neben dem Campingplatz. Das Wetter ist schlecht, doch das stört uns nicht.

Wir sitzen in den trockenen Landys und hoffen über die Wolken zu kommen. Erster Stopp ist der Bunker Fort Pramand. Sehen können wir in den Wolken nichts, aber den Bunker inspizieren wir trotzdem.

Weiter an der Felswand entlang und dann kommt der Tunnel. Unglaublich, welche Arbeit sich das Militär hier gemacht hat. 900m Tunnel in einer Kurve hinter der Felswand entlang. Es ist spannend und aufregend und im Tunnel steht auch noch Wasser.

Wir kommen wesentlich höher als beim Sommellier, doch auf dem Kamm des Mt. Jafferau ist auch Schluß. Wieder ist es ein Schneefeld, welches uns den Weg versperrt.

Freitag, 08.06.2007
Inzwischen sind Matthias und Elina schon abgereist. Auch Marian und Stefan mußten los und Ewelina und Michael sind froh, dass endlich alles trocken ist und packen schnell ein. Ja, denn es scheint die Sonne. Es sieht so gut aus, dass die 12 Stunden Regen von vorletzte Nacht schon fast vergessen sind … sogar die 5cm Wasser auf dem Boden fangen an zu trocknen. Wir fahren nach Frankreich biegen hinter der Grenze auf einen Schotterweg ab. Er windet sich entlag von Skipisten und Skiliften den Berg hinauf. Oben angekommen picknicken wir und die Kinder turnen in den Bunkern herum.

Auf der anderen Seite geht es wieder hinunter und in Briancon direkt ins Eiscafé in dem wir echtes italienisches Eis essen. Beate und Willi biegen hier nun ab, während der Rest der Truppe über einen kleinen Pass nach Bardoneccia und zum Campingplatz fährt. Rainer biegt noch ab um auf dem Mt. Jafferau sein Portemonaie zu suchen und wir lassen in der Gastronomie vom Campingplatz den Pizzaofen beheizen. Hätten wir das Personal nicht ab und zu aufgeweckt, hätten wir heute noch nichts zu essen, aber geschmeckt hat es dann doch prima.

Samstag, 09.06.2007
Nur noch fünf Fahrzeuge sind wir und entscheiden den ersten Teil der Rückreise gemeinsam anzugehen. Nach ausgiebiger Plünderung des Supermarktes starten wir um 10.00 Uhr zum Col de Mt. Cenis.
Oben picknicken wir mit Blick auf den Stausee. Nun trennen sich die Teams nocheinmal. Dao und Uwe, Lars und Arvid und wir fahren über die Autobahn in die Schweiz und weiter nach Hause. Marion und Hardy greifen sich Rainer und fahren auf den Col d´Iseran … wo sie im Schnee stecken bleiben. Also haben die Verbotsschilder doch etwas auf sich. Sie umgehen den Pass und überqueren unzählige weitere Pässe bevor sie in die Schweiz kommen und nach Deutschland.

Es war ein toller Urlaub und das gesamte Team bestehend aus 9 Fahrzeugen, 19 Erwachsenen, 3 Kindern und 2 Hunden passte prima zusammen. Eine lustige Truppe zusammengewürfelt aus sechs Landesgruppen.